Wissenswertes zu Kopffüßlern
| Stamm: Mollusca - Weichtiere Klasse: Cephalopoda - Kopffüßler Ordnung: Nautiloidea - Perlboote Unterklasse: Coleoidea Ordnung: Sepioidea - Tintenschnecken Familie: Spirulidae - Posthörnchen Familie: Sepiidae - Tintenschnecken i.e.S. Gattung: Metasepia Gattung: Sepia verschiedene Arten, z.B. Sepia pharaonis Familie: Sepiolidae - Flügeltintenschnecken Gattungen: Sepiola, Sepioloidea Ordnung: Theuthoidea - Kalmare Familie: Loliginidae - Kalmare im engeren Sinne Gattung: Loligo Gattung: Sepioteuthis verschiedene Arten, z.B. Sepiot. lessoniana Familie: Ommastrephidae - Flugkalmare Gattung: Dosidiscus Ordnung: Octopodia - achtarmige Tintenfische Familie: Argonautidae - Papierboote Familie Octopodidae - Kraken Gattung: Eledone Gattung: Hapalochlaena Gattung: Octopus verschiedene Arten, z.B. Octopus cyanus |
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Informatives zur Pharao-Sepia:
Es wurden Tiere bis zu 5 kg und
einer Gesamtlänge von 1m (inkl. Arme) beschrieben. Sepien werden im Aquarium 2
- 3 Jahre alt,
Sepien haben wie die Kalmare 10 Arme, 8 kurze und zwei lange Fangarme. Auf den
kurzen Armen befinden sich 4 Reihen von gestielten Saugnäpfen, die Fangarme haben nur an
den keulenförmigen Enden Saugnäpfe. Die Fangarme können in Hauttaschen
eingezogen werden.
Sepien ernähren sich von Krebsen und Fischen, wobei ijr Papageienschnabel und
die Reibzunge (Radula) jede Nahrung klein bekommen.
Sie zeichnen sich durch Augen mit Linsensystem aus, die ein ähnlich
detailliertes Sehen wie bei Wirbeltieren erlauben, d.h. Sepien shen räumlich
und in Farbe. Das Gehirn ist sehr
ausgeprägt, und alle Kopffüßler sind lernfähig und in gewissem Sinne
intelligent. Und darüber hinaus haben Kalmare und Sepien noch sog.
Seitenorgane, d.h. druckempfindliche Zellen in Kopf und an den Armen, die durch
Druckwellen Beutetiere etc. orten und so die Jagd und Orientierung in trübem
Wasser und bei Nacht erlauben.
Statt eines Skeletts bzw. Muschelschalen haben die Sepien eine verkalkte
Stützplatte, den Schulp, unter der Rückenhaut.
Die Atmung erfolgt über federförmige Kammkiemen.
Am Kopf befindet sich ein röhrenförmiger Trichter, der Sipho, mit dem das
Tier beim Schwimmen durch Ausstoßen des Atemwassers einen starken Rückstoß erzeugen kann.
Dieser Sipho ist ebenso wie die Arme im Laufe der Entwicklung aus dem
Schneckenfuß hervorgegangen. Mit Hilfe der typischen Flossensäume können
Sepien und Kalmare außerdem hervorragend langsam manöverieren.
Sepien können bei Gefahr (wie alle Tintenfische) eine Wolke aus dunkler
"Tinte" ausstoßen, wobei sich die Tiere selbst hell färben. Der
Angreifer konzentriert sich dann auf die dunkle Wolke, statt auf den fliehenden,
hellen Tintenfisch. Die melaminhaltige Tinte lähmt u.U. auch den Geruchssinn
des Verfolgers.
Sepien sind Einzelgänger, die nur zur Paarung, d.h. dem Ablaichen
zusammenkommen, und dann gut von Tauchern zu beobachten sind. Die Hauptlaichzeit
kann in unterschiedlichen Weltregionen verschieden sein: Im Roten Meer ist es
August bis Oktober, in Malaysia ist es März bis Mai. Bei den Männchen
überträgt ein umgewandelter Arm (Hectocotylus) bei der Begattung die
Spermatophoren in die Mantelhöhle des Weibchens. Die Eier werden in Form von
Schnüren oder Trauben abgelegt, wobei ich selbst beobachten konnte, dass die
Sepien Brutpflege betreiben. Die Männchen sind kleiner als die Weibchen.
Eine Besonderheit aller Tintenfische ist die Fähigkeit, blitzschnell Farbe,
Muster und ggf. auch die Struktur der Hautoberfläche zu ändern (Fotos siehe
unten). Dazu nutzen sie sog. Chromatophoren. Das sind winzige mit Frabstoff
gefüllte Muskelsäckchen. Wenn die Muskeln entspannt sind, ist die Oberfläche
klein und kaum zu sehen. Wenn sich die Muskeln zusammenziehen, wird die
Oberfläche der Säckchen größer und der Farbfleck wird deutlich sichtbar.
Es gibt gelbe, orange, braune, rote, blaue und schwarze Chromatophoren, die ganz
bewußt vom Nervensystem gesteuert werden (Vergrößern, Umschichten,
Zusammenziehen), so dass die entstehenden Muster zur
Kommunikation verwendet werden können. Außerdem gibt es Iridozyten, die eine
unterschiedliche Lichtreflektion hervorrufen.
Neben ihrem gut entwickelten Gehirn haben die Kopffüßler außerdem ein extrem
ausgeprägtes Nervensystem, das diese Farbwechsel und auch ihre Armtätigkeit
steuert. (Beim Oktopus befinden sich 2/3 aller Nerven in den Armen.) Dadurch
sind bei den Tintenfischen sowohl die Farbwechsel, als auch die Koordinaton der
8 bzw. 10 Arme extrem schnell und effektiv.
Sepien, die Meister des
Farbenspiels
Die folgenden Aufnahmen wurden im April 1997 vor
der Insel Tioman, Malaysia, aufgenommen. Es war offensichtlich Paarungszeit, und
eine Sepia konnte auch bei der Brutpflege beobachtet werden.
Bei den Sepien handelt es sich um Pharao-Sepien (engl. pharao cuttlefish,
latein. Sepia pharaonis oder S. pharaonensis), die bis zu 45 cm lang werden.
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a)
zwei verschiedene Sepien an unter- schiedlichen Plätzen, die offenbar das gleiche Farbmuster produzierten. Die Bedeutung ist mir unbekannt. |
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b) eine andere Sepia von beiden Seiten, die ein ähnliches Muster zeigt, aber niemals den hohen Kontrast von a) ausbildete |
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c) zwei weitere, unterschiedliche Tiere, die ähnliche, aber unterschiedlich stark ausgeprägte Muster bildeten. |
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d) extrem dunkel gefärbte Sepia, von vorn und von der Seite (beide Fotos zeigen das gleiche Tier) |
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e) 4 x
eine Sepia, die ihr relativ unauffälliges Kleid innerhalb von Sekunden
auf extrem hell umfärbte, als ich sie umkreiste. Interessant war, dass die winzigen Punkte sich dabei von weiß nach schwarz umfärbten. |
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f)
Sepia, die bei der Brutpflege beobachtet wurde. Die Eier be- finden sich in dem verzweigten Koral- lenstock, in die die Sepia ihre Fangarme hineinsteckte, vermut- lich um eine Wasser- bewegung um die Eier herum zu erzeu- gen. Als ich mich näherte, hatte sie zuerst die dunkle Farbe (1). Sie bildete dann schnell die anderen Farb- schattierungen. Man beachte auch die unterschiedliche Kopffarbe bei (3) und (4). Sie entfern- te sich dann vom Korallenstock, und wurde wieder dunkel (5). |
Informatives zu Lessons Kalmar:
Lessons
Kalmare leben überwiegend im Freiwasser, sind aber auch in Riffnähe zu
beobachten. Sie können 2 bis 3 Jahre alt werden. Typisch ist der große
Flossensaum entlang des gesamten Körpers; Körper und Saum sind fast
transparent und irisieren im Lampenlicht. Kalmare haben 8 Primär- und 2
Sekundärtentakel, letztere mit keulenförmigen Enden. Deren Saugnäpfe haben 18
- 20 scharfe Zähnchen, um die Beute besser halten zu können.
Die Eier werden in fingerförmigen Kapseln an Seegras, Korallen o.ä. abgelegt
und sich selbst überlassen.
Informatives zu Kraken:
1983 habe ich folgendes über Kraken im
westlichen Mittelmeer geschrieben. Dieses Verhalten trifft aber auch für
tropische Kraken zu:
Im Mai und Juni ist im
Mittelmeer "Pulpo-Zeit".
Dann kann man überall Krakenpärchen (Octopus vulgaris) finden, die für den Erhalt ihrer Art
sorgen. Während dieser Zeit verlieren die Oktopusmännchen ihre angebotene
Vorsicht und sind meist ohne Deckung auf den Felsen vor den Höhlen ihrer Auserwählten
zu finden. Nicht weit entfernt hockt nicht selten ein weiterer Rivale, der auch
auf seine Chance wartet.
Es ist uns oft gelungen,
mit kleinen Köderfischen die Tintenfischmännchen von ihrem geplanten Tun
abzubringen. Das Oktopus-Weibchen, das scheu in seiner Höhle saß und auf
ihren Freier wartete, war nicht wenig enttäuscht, wenn sich Herr Oktopus, alle
Vorsicht vergessend, nur noch für unsere Fische interessierte. Bei diesen
Aktionen konnten wir einmal mehr die Intelligenz dieser Weichtiere beobachten,
und auch wir mussten unsere Lehren daraus ziehen.
Ein Oktopus zum Beispiel hielt mit einem Fangarm immer zuerst die Hand
fest, die ihm die Sardine anbot, bevor er den Köderfisch nahm. Kein Wunder,
denn oft genug, hatten wir ihm den Fisch weggezogen, wenn er gerade zupacken
wollte, um ihn so aus seiner Grube herauszulocken.
Unser Glanzstück aber war ein Krake, der sich drei Fische lang ansah, wo wir die Köderfische
hernahmen, die wir ihm anboten. Die dritten
magere Sardine umspielte er nur ein wenig mit einem Arm, ohne sie wirklich zu
packen Was wir erst zu spät bemerkten, war, dass er mit drei anderen Armen
außerhalb des Aktionsfeldes den Plastikbeutel mit unserem
gesamten Fischvorrat ergriff. Bevor Barbara richtig nachfassen konnte, war der
Krake mit einem halben Kilo Sardinen in einer engen Höhle
verschwunden. Herzlichen Glückwunsch! Wir hofften nur, dass er auch so
intelligent war, den Plastikbeutel nicht zu fressen
Kraken betreiben intensive Brutpflege, d.h. das Weibchen legt die Eier in einer
Höhle ab und verbleibt bis zum Schlüpfen bei ihren Eiern, die sie mit pflegt,
reinigt und denen sie frisches Wasser zustrudelt: Wenn die Jungen geschlüpft
sind, ist das Weibchen, das die ganze Zeit nichts fressen konnte, so erschöpft,
dass es bald stirbt oder Fressfeinden zum Opfer fällt.
Interessante Internetseiten zu
Kopffüßlern:
http://is.dal.ca/~ceph/TCP/Sphar.html
http://cephschool.utmb.edu/imgdb/imgsrch3.cfm?ID=298&PhotographerID=&CephID=26&Location=&Keywords=&LowestTaxa=
http://www.cephbase.utmb.edu/TCP/faq/tcpfaq.cfm
http://www.starfish.ch/collection/molluscs.html
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Copyright berodiver, Fischbestimmung V2.2., erstellt am 18.12.04, letzte Änderung am 10.5.05